Genomik von ALL-Rezidiven

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AG Funktionelle Genomik

Das Verständnis der (molekular-)biologischen Zusammenhänge einer Krebserkrankung gilt heute allgemein als Voraussetzung für die Entwicklung gerichteter und dem individuellen Risiko angepasster Therapien. Unser Ziel ist daher die systematische Identifizierung von molekularen Markern, die für die Pathogenese und Prognose des Rezidivs der akuten lymphoblastischen Leukämie (ALL) bedeutsam sind. Hierfür nutzen wir Microarray-basierte Verfahren, die genomweit Unterschiede zwischen Leukämie- und gesunden Blutzellen, sowie zwischen Leukämien mit guter und mit schlechter Prognose darstellen können.

In unseren bisherigen Arbeiten haben wir gezeigt, dass die Leukämiezellen von Patienten mit einem prognostisch ungünstigen, sehr frühen Rezidiv, die Leukämiezellen eine erhöhte proliferative Kapazität aufweisen und vermehrt Gene aus dem Zellzyklus exprimieren (Kirschner-Schwabe et al 2006, Clin Cancer Res 12). Weiterführend wenden wir uns verstärkt folgenden Arbeitsschwerpunkten zu:

Bedeutung von Amplifikationen des Chromosoms 21 beim ALL-Rezidiv

Amplifikationen (Zugewinne) des Chromosoms 21 finden sich bei etwa 30% der ALL-Rezidive und stellen eine der häufigsten genetischen Veränderungen dar. Sie werden eher bei Rezidiven beobachtet, die spät nach Abschluss der Vortherapie erfolgen. Ziel unserer weiterführenden Studien ist es, neben der prognostischen Relevanz die Bedeutung der Chromosom 21 Zugewinne, auch deren Bedeutung für die Biologie dieser Leukämien zu untersuchen.

Bedeutung der Klasse der microRNA Gene für das ALL-Rezidiv

MicroRNAs sind regulatorische RNAs, die in der Hämatopoese eine wichtige Rolle spielen und deren aberrante Expression zur Leukämogenese beitragen kann. Wir suchen in diesem Arbeitsschwerpunkt nach microRNAs, deren Expression beim ALL-Rezidiv mit der Prognose assoziiert ist und die somit für das Therapieergebnis funktionell relevant sein können.

Projektleitung

Dr. rer. nat. Renate Kirschner-Schwabe

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

CVK: Campus Virchow-Klinikum

Mitarbeiter der AG

Gabriele Körner

MTA: Tumorbanking, Klonalität

Stefanie Krentz

Dipl. Ernährungswissenschaftlerin, Doktorandin

Förderung

C. Hagemeier, R. Kirschner-Schwabe, M. Truss: Systematic approaches towards genes with pathogenetic, prognostic and therapeutic value in relapsed acute lymphoblastic leukemia in children. Nationales Genomforschungsnetz (BMBF), Verbund "Functional and translational genomics for improved clinical outcome of acute leukemias" www.ngfn.de

R. Kirschner-Schwabe, C. Eckert: Prognose und klonaler Ursprung von Rezidiven der akuten lymphoblastischen Leukämie im Kindesalter mit Chromosom 21 Amplifikation. Deutsche José Carreras Leukämie-Stiftung e.V., Projekt Nr. DJCLS R 08/17  http://www.carreras-stiftung.de

Relevante Publikationen

Rhein P, Scheid S, Ratei R, Hagemeier C, Seeger K, Kirschner-Schwabe R, Moericke A, Schrappe M, Spang R, Ludwig W-D, Karawajew L (2007). Gene expression shift towards normal B cells, decreased proliferative capacity and distinct surface receptors characterize leukemic blasts persisting during induction therapy in childhood ALL. Leukemia 21: 897-905

Kirschner-Schwabe R, Lottaz C, Todling J, Rhein P, Karawajew L, Eckert C, von Stackelberg A, Ungethum U, Kostka D, Kulozik AE, Ludwig WD, Henze G, Spang R, Hagemeier C, Seeger K. (2006) Expression of late cell cycle genes and an increased proliferative capacity characterize very early relapse of childhood acute lymphoblastic leukemia. Clin Cancer Res. 12(15):4553-61.