Hämatologische Erkrankungen und Fertilität

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Ziel dieser Studie

Das Ziel der Studie ist die Erhebung von Prävalenzen, Risikofaktoren und Verläufen von Einschränkungen der Fruchtbarkeit bzw. der Erfassung einer möglichen Reversibilität bei Patienten mit chronisch anämischen Erkrankungen (Hauptdiagnosegruppen: Sichelzellanämie, ß-Thalassämie, Fanconi Anämie, Diamond-Blackfan Anämie sowie sonstige: sideroblastische Anämie, kongenitale dysplastische Anämie und einem transfusionspflichtigen Pyruvatkinasemangel).

Forschungshypothesen:

(I) Fertilitätsstörungen sind von großer Bedeutung für die Lebensqualität der betroffenen Patienten.

(II) Prävalenz, Risikofaktoren und Verläufe von Fertilitätsstörungen spielen bei allen chronischen hämatologischen Erkrankungen in Abhängigkeit von Grunderkrankung und Behandlung eine Rolle.

(III) Die Therapie mit Hydroxyurea, welche entscheidend zur Prognose bei Patienten mit Sichelzellkrankheit, beiträgt, ist in Abhängigkeit von Dauer und kumulativer Dosis gonadotoxisch. Eine Erholung der eingeschränkten Fruchtbarkeit mit zeitlichem Abstand zur Therapie ist denkbar.

(IV) Die Konditionierungstherapie vor einer hämatopoetischen Stammzelltransplantation als kurativer Ansatz bei schweren chronischen Anämien, ist -auch bei Verwendung reduzierter Chemo- und Strahlentherapiedosen („Minikonditionierung“) gonadotoxisch. Eine Erholung der eingeschränkten Fruchtbarkeit mit zeitlichem Abstand zur Therapie ist denkbar.

(V) Patienten mit chronischen Anämien haben ein verkürztes reproduktives Zeitfenster. Fertilitätserhaltende Maßnahmen zur Erfüllung des Kinderwunsches stehen jedoch zur Verfügung.