FeCt, Bundesweite Umfrage 2008

Sie befinden sich hier:

FeCt, Bundesweite Umfrage 2008

Nach der Berliner Umfrage 2006 führten wir 2008/2009 eine bundesweite Umfrage zum Thema "Fertilität nach Chemo- und Strahlentherapie im Kindes- und Jugendalter, FeCt" durch. Die Fertilitätsdaten wurden anschließend mit Angaben zur Grunderkrankung und individuellen Therapie korreliert, um fertilitätsschädigende Medikamente, Dosierungen und Bestrahlungstherapien in der Kinderonkologie zu identifizieren.

4689 ehemalige Patienten aus ganz Deutschland, die zum Umfragezeitpunkt volljährig waren, erhielten unseren Fragebogen durch das Deutsche Kinderkrebsregister. 61% der Angeschriebenen (n = 2754, 1461 Frauen, 1293 Männer) nahmen teil. Das Durchschnittsalter war 25 Jahre. 41% der Teilnehmer gaben an, über das Risiko einer Infertilität aufgeklärt worden zu sein. 90% aller Teilnehmer gaben an, sich Kinder zu wünschen. Gründe gegen eigene Kinder waren unter anderen 'Angst, das Kind bekommt auch Krebs' (6%) und 'Angst vor erneutem Ausbruch der Krankheit´(2%). Eine vorübergehende Amenorrhoe (Ausbleiben der Regelblutung) nach Chemo- und/oder Strahlentherapie gaben 112 von 1061 Teilnehmerinnen an (11%). 38 der 1061 Teilnehmerinnen gaben eine permanente Amenorrhoe an (4%). 470 der 2722 Teilnehmerinnen/ Partnerinnen von Teilnehmern (17%) waren bereits schwanger. Die Fehlgeburtenrate lag bei 13%, die Abbruchrate bei 7%. 619 Kinder wurden geboren, davon 72 frühgeboren.


118 männliche Teilnehmer ließen eine Fruchtbarkeitsuntersuchung durchführen. Bei 25% dieser Teilnehmer wurde eine Infertilität diagnostiziert. 31% der 83 weiblichen Teilnehmerinnen, die bereits eine Fruchtbarkeitsuntersuchung durchführen ließen, gaben Ergebnisse an, die auf eine Unfruchtbarkeit hinwiesen. Einen Zeitschriftenartikel zum Thema für Betroffene finden Sie hier, für das Fachpublium hier. Einen Artikel zum Thema Pubertätsbeginn nach Chemo- und Strahlentherapie finden Sie hier. Signifikante Risikofaktoren für eine Fruchtbarkeitsstörung waren post-pubertäres Alter bei Therapiebeginn, sowie eine Beckenbestrahlung.


Der verbreitete Kinderwunsch der ehemaligen Patienten entsprach dem der altersentsprechenden Gesamtbevölkerung. Die Anzahl der Schwangerschaften war im Vergleich zur altersentsprechenden Allgemeinbevölkerung signifikant verringert. Die Schwangerschaftsabbruchrate der Survivors war signifikant geringer als in der altersentsprechenden Allgemeinbevölkerung. In diesen Zeitschriftenartikel finden Sie Informationen zum Thema: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21507993; http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21507993
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24085598;
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24158886.

Die Rate an Fehlbildungen, Durchschnittsgewicht und Kopfumfang entsprachen der Allgemeinbevölkerung, die Anzahl der Frühgeborenen war leicht erhöht.
Wir halten eine umfassende Aufklärung über das Risiko einer Infertilität für erforderlich, damit gegebenenfalls prophylaktische Maßnahmen ergriffen werden können. Einen Artikel zum Thema Patientenaufklärung über ein mögliches Infertilitätsrisiko finden Sie hier.

Leukämie im Kindes- und Jugendalter beeinträchtigt die Wahrscheinlichkeit einer späteren Elternschaft, reduziert aber weder den Wunsch nach eigenen Kindern noch den Grad des Schulabschlusses. Einen Artikel zum Thema Schulabschlüsse nach Leukämie im Kindes- und Jugendalterfür Betroffene finden Sie hier: http://www.kinderkrebsstiftung.de/fileadmin/Redaktion/Zeitschrift_Wir/2013_2/Leukaemie_im_Kindes_und_Jugendalter.pdf und für das Fachpublikum hier. 
Weitere Informationen zum Kinderwunsch und Grad des Schulabschlusses bei ehemaligen Patienten mit einem Hirntumor finden Sie hier: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23599232.