FeCT, Hormonanalyse und Spermiogramme

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FeCt, Hormonanalyse und Spermiogramme

Mit dem Ziel der Validierung der bisherigen Umfrageergebnisse führten wir eine Berliner Studie "FeCt, Hormonanalysen und Spermiogramme" durch, bei der Hormon- und Spermienanalysen ehemaliger kinderonkologischer Patienten untersucht wurden.

Angeschrieben wurden 748 ehemalige Berliner kinderonkologische Patienten, die zum Umfragezeitpunkt volljährig waren. Die Serumproben der Teilnehmer wurden in der Frauenklinik der Universitätsklinik Erlangen analysiert. Neben den Standardparametern der Fertilitätsdiagnostik (FSH, LH, Östrogen, Testosteron, Progesteron, Prolatkin, SHBG, DHS) wurden neuere Marker wie Inhibin B bei männlichen und Anti-Müller-Hormon (AMH) bei weiblichen Teilnehmern bestimmt. Die Spermienanalysen wurden in der Klinik für Dermatologie der Charité durchgeführt.
Wir erhielten 159 Blutproben von 86 Frauen und 73 Männern. 42 der männlichen Teilnehmer nahmen an der Spermienanalyse teil. Das Durchschnittsalter der Teilnehmer war 25 Jahre. Bei 14 der 86 Teilnehmerinnen (16%) wurden AMH Werte <0,1 ng/ml bestimmt. Die Follikelreserve scheint bei diesen Teilnehmerinnen sehr deutlich eingeschränkt und das Risiko einer Infertilität somit erhöht. 21 Teilnehmerinnen (24%) hatten AMH Werte zwischen 0,1 und 1,0 ng/ml mit dem Verdacht auf ein drohendes Ovarialversagen bei eingeschränkter Follikelreserve.
Bei 23 der 73 männlichen Teilnehmern (32%) wurden Inhibin B Werte < 80 pg/ml in Kombination mit FSH Werten > 10 IU/l gefunden, was für eine Infertilität sprechen kann. Von den 42 Spermiogrammbefunden zeigten 13 eine Azoospermie (31%).
4% der Teilnehmerinnen der Bundesweiten Umfrage gaben eine permanente Amenorrhoe an. Stellt man den 16% Teilnehmerinnen der Hormonanalyse mit Verdacht auf Infertilität gegenüber, muss davon ausgegangen werden, dass einige Teilnehmerinnen lediglich durch Kontrazeptivaeinnahme eine Regelblutung erleben.
Nach erfolgter Therapie und bestehendem Kinderwunsch empfehlen wir eine Hormon- und ggf. Spermienanalyse. Eine frühzeitige Analyse kann eine erfolgreichere Familienplanung ermöglichen. Adressen von spezialisierten Fertilitäts-Zentren in Deutschland können sie unter anderem auf www.fertiprotekt.de finden.
Einen Zeitschriftenartikel zum Thema finden Sie hier.

Artikel zur Fertilitätsdiagnostik finden Sie hier :
1. zum Stellenwert des Hormons Anti-Müller-Hormon bei Frauen
2. zum Stellenwert des Hormons  Inhibintin B bei Männern